Dem U-Boot den Weg gezeigt und drei Tage gefeiert
Zuzenhausens Feuerwehr zog Bilanz – Die Jugendfeuerwehr ist die Basis für die Zukunft und die Mannschaft ein Aktivposten im Dorfleben
Zuzenhausen. Erfüllte Ausstattungswünsche, reibungslose Zusammenarbeit mit den Nachbarwehren und eine vitale Jugendarbeit – Carsten Vogt, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Zuzenhausen, zog bei der Hauptversammlung zufrieden Bilanz. Die 37 Aktiven unter insgesamt 67 Mitgliedern mussten im Jahr 2024 zu 25 Einsätzen ausrücken. Außer sechs Hilfeleistungen gab es drei Brandeinsätze. Die Kameraden aus Hoffenheim wurden von Zuzenhausens Wehr bei einem Verkehrsunfall und bei einem Kaminbrand unterstützt. Trotz zweier Fehlalarme konnten laut Vogt bei allen Einsätzen die Personalstärken von einer Staffel beziehungsweise zwei Staffeln gestellt werden.
Bei den Hilfeleistungen lag der Schwerpunkt bei vier Einsätzen wegen Ölspuren. Bei zwei weiteren Einsätzen wurde der Rettungsdienst beim Öffnen von Türen unterstützt sowie bei einem Verkehrsunfall, bei dem es zwei Verletzte gab. Insgesamt wurden 250 Einsatzstunden geleistet, die meisten entfielen auf 13 Sicherheitswachdienste. Zusätzlich zu den Einsätzen in Zuzenhausen wurde auch die Feuerwehr Sinsheim bei Bundesligaspielen unterstützt. Auch beim medienträchtigen U-Boot-Transport war Zuzenhausens Wehr an allen Tagen mit dem Mehrzweckfahrzeug al Führungsfahrzeug und mit Begleitpersonal im Einsatz.
Für die Aus- und Fortbildung wurden im vergangenen Jahr 19 Übungen organisiert und insgesamt 482 Übungsstunden geleistet. Vogt bedankte sich bei den Nachbarfeuerwehren für die gute Zusammenarbeit bei Einsätzen, Übungen und auch bei der Ausbildung. Sein Dank galt auch dem Bürgermeister und dem nahezu vollständig anwesenden Gemeinderat. „Sie haben immer ein offenes Ohr. Alles, was wir brauchen, konnte umgesetzt werden.“ Die mobilen Sprechfunkgeräte wurden geliefert, die Einweisung erfolgt gerade, und voraussichtlich im Herbst soll die Umstellung auf den digitalen Einsatzstellenfunk gemeinsam im Unterkreis erfolgen.
Der Anbau für die Ersatzstromversorgung konnte fertiggestellt werden, das Notstromaggregat wurde beim Hersteller abgeholt und wird nach den erforderlichen Elektroarbeiten zeitnah in Betrieb gehen. Im Gerätehaus konnten die Arbeiten am hartnäckigen Wasserschaden abgeschlossen werden. Nach einem Jahr im „Exil“ konnten die Feuerwehrmänner mit ihren Spinden von der Fahrzeughalle wieder in den Umkleideraum einziehen.
Der Höhepunkt des Jahres 2024 war das 50. Jubiläum der Jugendfeuerwehr. Drei Festtage brachten viel Arbeit, aber auch tolle Veranstaltungen. Für den Jugendwart Bastian Obländer war das Jubiläumsfest ein unvergessliches Wochenende. Vom Festakt bis zur Partynacht, vom Gottesdienst bis zum Dorfabend war es ein großer Erfolg. Viel Lob erhielten sie für den Spieletag der Jugendwehren im Kreis. Die Jugendwehr ist im Jahr 2024 auf 23 Jugendliche, darunter zwei Mädchen, im Alter zwischen acht und 15 Jahren angewachsen. An 27 Übungsabenden wurden 520 Übungsstunden geleistet.
Im Dorfleben ist die Gruppe ein Aktivposten. Ob beim Maibaumstellen oder dem Fest am Fluss, ob beim Kerwe- oder Martinsumzug: Die Feuerwehrfrauen und -männer machen mit. Seit 30 Jahren besteht eine Partnerschaft mit der Feuerwehr Crostau in Sachsen, das soll vom 2. Bis 5. Oktober in Crostau gefeiert werden.
Für Kassier Rüdiger Obländer war sein 34. Amtsjahr, trotz eines leichten Gewinns, finanziell nicht ganz so erfolgreich. Das überragende Engagement der Jugendwehr sei aber alle Ausgaben wert gewesen. Für Bürgermeister Hagen Zuber ist der Einsatz der Feuerwehr aufgrund der Risiken die höchste Form des Ehrenamts. Die Gemeinde stelle auch 2025 alle Mittel zur Verfügung, die für den Einsatz notwendig sind. Es werde aber in Zukunft schwieriger, die Ausstattung auf dem hohen Niveau zu halten. Die Notstromversorgung war ursprünglich mit 50000 Euro geplant, werde nun aber rund 80000 Euro kosten. Die Gewerbetreibenden unterstützen die Beschaffungen der Feuerwehr und schätzen deren Arbeit wert. Vize-Kreisbrandmeister Christian Römmer berichtete von der angespannten Haushaltslage im Rhein-Neckar-Kreis. Maßnahmen müssten gestrichen oder, wie das geplante Ausbildungszentrum in Leimen, auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Der Vorsitzende des Feuerwehrverbandes, Silvio Schädel, war beeindruckt vom Engagement der Jugendwehr: „23 Mitglieder bei 2300 Einwohnern, da muss man weit suchen.“ Schädel forderte endlich die Einführung einer „Ehrenamtskarte in Baden-Württemberg“.
Damit hat sich Michael Hess, Kommandant der Sinsheimer Feuerwehr, auch schon beschäftigt – und Vorteile lediglich beim Besuch Stuttgarter Kulturveranstaltungen gefunden: „Das ist nicht der Rede wert.“ Statt diesen Missstand weiter zu kritisieren, dankte Hess der Zuzenhäuser Wehr für ihren Einsatz und insbesondere in der Ausbildung: „Wir wissen, was wir an Euch haben.“ (Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung)